Wissen aus der Praxis.
Was ich in mehr als 25 Jahren Recruiting und Personalberatung beobachtet, erlebt und gelernt habe, fließt hier in Artikel und Geschichten, ergänzt um sorgfältige Recherche und fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse. Für Unternehmerinnen und Unternehmer, Führungskräfte und HR-Verantwortliche, die Schlüsselpositionen besetzen, und für Menschen, die ihren nächsten Karriereschritt prüfen.
Lampenfieber im Vorstellungsgespräch haben beide Seiten
Herzklopfen vor dem Termin mit der Geschäftsführung ist kein schlechtes Zeichen, es zeigt, dass einem die Sache etwas bedeutet. Und es klopft auf beiden Seiten des Tisches, denn auch das Unternehmen hofft, den richtigen Menschen zu gewinnen. Wer das weiß, kann sich auf das Gespräch einlassen. Genau das überzeugt.
Nachfolger entstehen dort, wo der Chef loslässt
Wer seine zweite Führungsebene früh entscheiden lässt, hält gute Leute und zieht sich die eigene Nachfolge heran. Das wird dringlicher: 57 Prozent der mittelständischen Unternehmer sind 55 oder älter, und nur jedes vierte Unternehmen mit Nachfolgeplänen denkt an Kandidaten aus dem eigenen Haus. Die Geschäftsführung behält dabei Kurs, Geld und die Besetzung der Spitze und gibt das Tagesgeschäft ab.
Familienunternehmen sind sicher, wenn die Nachfolge steht
Wer in einem Familienunternehmen arbeitet, ist seltener von Kündigung bedroht, zahlt dafür aber mitunter bei Gehalt und Aufstieg. Die Sicherheit hängt zudem an einer Bedingung, die man vor dem Wechsel prüfen kann. Und gerade jetzt suchen viele Familien Verantwortung außerhalb der eigenen Reihen.
„Wir sind wie eine Familie“ ist ein Satz mit Nebenwirkungen
Gute Teams können von intakten Familien viel lernen, nur das Versprechen bedingungsloser Zugehörigkeit sollten sie niemandem geben. Warum das Wort Familie bei zehn Kandidaten zehn verschiedene Bilder auslöst und was Führungskräfte daraus machen können.
Unter Druck aufblühen kann man lernen
Gegen Lampenfieber hilft Aufregung besser als der Versuch, sich zu beruhigen. Das zeigt eine Studie aus Harvard, und es gilt weit über das Vorstellungsgespräch hinaus. Doch die richtige Deutung im Kopf trägt nur so weit, wie der Druck aus der Aufgabe kommt. Für den Rest ist die Führung zuständig.
Der beste Kandidat kommt aus der falschen Branche
Die Industrie baut Stellen ab, und mit ihnen werden Führungskräfte frei, an die der Mittelstand in normalen Jahren kaum herankäme. Viele scheitern an der ersten Zeile der Stellenanzeige: Branchenerfahrung erforderlich. Dabei zählt in einer Zeit, in der KI ganze Branchen umbaut, vor allem eines, die Fähigkeit, Veränderung zu führen.
Gute Führung sagt auch, was sie noch nicht weiß
In unsicheren Zeiten gibt eine Geschäftsführung mehr Halt, wenn sie offen sagt, was sie weiß und was noch nicht. Belegschaften fragen sich gerade überall, was sich ändert, was bleibt und was von ihnen erwartet wird. Wer schweigt, überlässt die Antworten der Kaffeeküche.
"Jobhugging" oder warum gute Leute bleiben, obwohl sie gehen wollen
Mehr als ein Drittel der Beschäftigten fühlt sich mindestens einmal pro Woche demotiviert, doch nur acht Prozent planen konkret einen Wechsel. Gute Fach- und Führungskräfte rechnen den Schritt als Risiko, und diese Rechnung fällt derzeit so vorsichtig aus wie seit Jahren nicht. Wer sie gewinnen will, muss weniger versprechen und mehr absichern. Und genau da entstehen Chancen für den Mittelstand.
Der Aufschwung kommt. Die Leute dafür nicht von allein.
Das Geschäftsklima im Mittelstand ist fünfmal in Folge gestiegen, der Arbeitsmarkt merkt davon nichts. Das ist kein Widerspruch, sondern die übliche Reihenfolge eines Aufschwungs. Diesmal hat sie einen Haken: Wenn die Einstellungswende kommt, trifft sie auf einen Arbeitsmarkt, der schrumpft.
Schlechte Führung ist einer der größten Kostenblöcke im Unternehmen
Unklare Prioritäten, verschleppte Konflikte und Entscheidungen, die niemand trifft, tauchen in keinem Jahresabschluss auf. Bezahlt werden sie trotzdem, mit Arbeitszeit, Fehltagen und Kündigungen. Wer Führung als Wohlfühlthema abtut, übersieht einen der größten Kostenblöcke im eigenen Haus.
Führungskräfte im KI-Zeitalter brauchen mehr als Fachwissen
Künstliche Intelligenz entwertet das Karrieremodell, auf dem der Mittelstand seine Führung aufgebaut hat. Die meisten Unternehmen suchen trotzdem weiter nach dem Profil von gestern.